Reiten-in-Berlin
19.10.2017 10:43

5. Zuchenberger Turnier, wie immer und doch anders

Seit 2005 widmete sich Bauunternehmer Udo Wagner intensiv der Zucht und Ausbildung von Springpferden und baute das Gestüt Gut Angermünde im Ortsteil Zuchenberg kontinuierlich auf. 2008 wurde der Verein PSG Gut Angermünde e.V. gegründet, 2013 fand das erste Springturnier auf der großzügigen Anlage statt. Mitte 2017 dann das Unfassbare: Udo Wagner verstirbt plötzlich und unerwartet. Seine vier Kinder müssen die zahlreichen Unternehmen ordnen, es wurde eine Erbengemeinschaft gegründet. Sein Sohn Nils Wagner und dessen Frau Anja haben die Herausforderung angenommen und wollen das Gestüt, sein Lebenswerk, weiterführen.
Dazu gehört auch das Hallenturnier Anfang Oktober mit Spring- und Dressurprüfungen, das immer beste Bedingungen für Reiter und Pferde bietet. In die Vorbereitungen in diesem Jahr platzte Sturmtief Xaver, der über die Region fegte und zahlreiche Schäden hinterließ. "Wir hatten 15 Stunden Stromausfall und von den beiden Zufahrtsstraßen nach Zuchenberg mussten zahlreiche Bäume entfernt werden", erzählten die Wagners, die froh waren, das auf dem Gut keine großen Schäden zu verzeichnen waren und das Turnier wie geplant am Samstag mit den Springen und am Sonntag mit der Dressur stattfinden konnte.
177 Reiter-Pferd-Paare absolvierten sechs Springprüfungen. In den Springpferdeprüfungen der Klassen A*, A** und L konnte Gestütsreiterin Kati Lekander (PferdeSG Gut Angermünde e.V.) gleich zahlreiche Schleifen sammeln. In A* vierter Platz Casalto, in A** zweiter Platz mit Cleiner Heiner und vierter Platz mit Canbary und dann in Klasse L Sieg mit Cajun. Marie und Nele Matschke (RSV Rothenburg e.V.) gewannen das A** und ein L-Springen. Zwei silberne Schleifen gab es für Max-Hilmar Borchert (RV Stechlin-Menz e.V.) mit Las Vegas in Klasse L und M. Martin Kühl (RSV Polzow e.V) ritt mit dem Schimmel Just a Boy zum Sieg im L-Springen und sicherte sich Platz drei in Klasse M. Nach spannendem Stechen gewann Julian Sass (RV Pappelhof Staven e. V.) mit Chacco-Max das M-Springen und schlug somit 25 Konkurrenten.
"Mit den Nennungszahlen sind wir eigentlich zufrieden, aber aus unerklärlichen Gründen sind die Starterzahlen am Morgen der Dressur eingebrochen. Woran es letztendlich lag, dass die ersten Prüfungen schwach besetzt blieben, können wir nicht sagen", erzählt Anja Wagner. Aber trotzdem ist die Beteiligung deutlich höher als in den letzten Jahren, wo der Dressurtag wegen zu geringer Resonanz sogar abgesagt werden musste. Im Führzügel WB und im Reiter WB Schritt-Trab räumten die Reiterinnen des Ländlichen RV Münchehofe e.V. ordentlich ab. Siege für Amelie Schochert, Leonole Galow, Emily Grubitz und Claire Dierberg. Für Svea Wagner (PferdeSG Gut Angermünde e.V.) reichte es zur silbernen Schleife und auch Mutter Anja konnte in der A-Dressur den zweiten Platz belegen. In Klasse L reichte es dann zum Sieg, in Klasse M kam ein sechster Platz dazu. Die Dressurreiterprüfung Klasse M* Pilotprojekt Trense sicherte sich Stella Maria Stöhr (RSV AM MAIFELD E.V.) mit Wellington. Franziska Ehrich (Ländlicher RFV Ladeburg e.V.) siegte mit Desafio in der M-Dressur.
Text+Foto: Marietta Grade

Familie Wagner

Martin Kühl (RSV Polzow e.V)